Chronik zur Attraktivierung des Trischendamms

Ideenskizze und ITI- / EFRE-Förderantrag 2016 bis 2018

Im Frühjahr 2016 ergab sich die Möglichkeit, EU-Fördergelder für die Attraktivierung des Trischendamms zu beantragen. Deswegen wurde eine Bewerbungsskizze bei dem Förderprogramm „Integrierte Territoriale Investitionen - Tourismus- und Energiekompetenzregion Westküste“ (ITI) im Rahmen des EFRE Fördertopfes (Europäischer Fond für regionale Entwicklung) eingereicht. Die Bewerbungsskizze gewann bei dem mehrstufigen Auswahlverfahren die erste Stufe, den Ideenwettbewerb, sodass dadurch die Gemeinde berechtigt war, einen Förderantrag zu stellen.

Ende 2016 fanden erste Beratungsgespräche mit dem Küstenschutz (LKN.SH), der Nationalparkverwaltung (LKN.SH) sowie mit dem Bürgermeister und Bauamtsleiter der Gemeinde St. Peter Ording statt, um weitere nützliche Informationen bzgl. der Planungen für den Trischendamm zu erhalten. Der LKN riet beispielsweise die Baugrenzen einzuhalten, da das Projekt andernfalls nicht genehmigungsfähig wäre. Von der Gemeinde St. Peter Ording gab es Hinweise zu der Einbindung der Naturschutzverbände und zur Finanzierung der Strandbrücke in St. Peter.

Um sich einen besseren Eindruck bzgl. der Gestaltung und der möglichen Kosten zu verschaffen, beauftragte die Gemeinde Anfang 2017 den freien Landschaftsarchitekten Jörn Wagner mit der Erstellung einer Ideenskizze und einer ersten Kostenschätzung. Beides wurde der Gemeindevertretung auf ihrer 39. Sitzung vorgestellt und zustimmend zur Kenntnis genommen. Grundgedanke der Ideenskizze war es, den Trischendamm durch eine entsprechende Überbauung in eine Seebrücke mit Plattformen zum Verweilen zu verwandeln. Sie diente zudem als Diskussionsgrundlage mit dem LKN. In einem weiteren Gespräch mit Dr. Oelerich (damals LKN.SH) und Dr. Hansen (damals LKN.SH) wurde die Skizze insgesamt als genehmigungsfähig eingestuft, jedoch mit dem Hinweis, dass in der Detailplanung einige Punkte, wie z.B. die letzte Plattform, das Thema Beleuchtung, die bebauten Wattflächen durch Pfähle und die Beschattung der Seebrücke aufs Watt, diskutiert werden müssten.

Für die Stellung des ITI-Förderantrages wurde eine nach der HOAI (Honorarordnung für Architekt:innen und Ingenieur:innen) festgelegte und durch ein Planungsbüro erstellte Entwurfsplanung benötigt. Deswegen wurde 2018 eine EU-weite Ausschreibung für die Planung und die spätere Umsetzung des Projektes Trischendamm vorbereitet. Dafür wurde ein externes Büro aus Lübeck beauftragt, das sich auf Vergabeverfahren solch einer Größenordnung spezialisiert hat.

Planungen und GRW-Förderantrag 2019 bis 2020

Ein Jahr später, Anfang 2019, konnte dann die eigentliche Auswahl des Planungsbüros und die Vergabe erfolgen. Das Planungsbüro Bruun & Möllers erhielt mit seinem Konzept den Zuschlag von der Gemeindevertretung Friedrichskoog. Überzeugend war für die Gemeindevertretung der Ansatz des Planungsbüros gewesen, die Ursprünglichkeit des Trischendamms und sein Alleinstellungsmerkmal - auf 2,2 km trockenen Fußes das Weltnaturerbe Wattenmeer zu erleben – zu erhalten und weiter zu stärken. Ferner hatte das Planungsbüro das Ziel, mit dem Bauwerk selbst zu arbeiten und dessen „Charme“ zu erhalten und auszubauen. Aufgrund dieses überzeugenden Konzeptes kam die Gemeindevertretung zu der Erkenntnis, sich von dem ursprünglichen Entwurf eines Überbaus in Form einer Seebrücke zu verabschieden.

Da es nach wie vor Ziel war den ITI-Förderantrag bis Juli 2019 bei dem Fördergeldgeber einzureichen, wurde kurzfristig eine Arbeitsgruppe eingerichtet (bestehend aus dem Bürgermeister, Vertreter:innen des Amtes Marne-Nordsee und der Fraktionen, dem Planungsbüro und dem Umsetzungsmanagement). Dadurch konnten von Anfang an die Interessen der Gemeindevertretung berücksichtigt und die Konzeptionierung zügig vorangebracht werden.

Mitte Mai fand dann ein erstes Klärungsgespräch mit Birgit Matelski (Direktorin LKN.SH) und Dr. Detlef Hansen (damals Leiter Nationalparkverwaltung) statt, um die Genehmigungsfähigkeit der neuen Ideenskizze überprüfen zu lassen. Insgesamt wurde der neue Entwurf sehr positiv aufgenommen, v.a. da der Erhalt der Ursprünglichkeit des Trischendamms und das Naturerlebnis im Mittelpunkt steht. Bedenken wurden hinsichtlich der angedachten abzweigenden Stege mit kleinen Plattformen und dem Beleuchtungskonzept geäußert. Für ersteres wurde inzwischen eine genehmigungsfähige Lösung gefunden, auf letzteres soll auf dem Trischendamm verzichtet werden.

Der Gemeindevertretung und der Öffentlichkeit wurde die Ideenskizze auf der 13. Sitzung am 15.5.2019 vorgestellt und von der Gemeindevertretung einstimmig beschlossen.

Der Förderantrag konnte dann, zwar in unvollständiger Ausführung, jedoch fristgerecht Anfang Juli 2019 eingereicht werden. Dennoch wurde von Seiten des Planungsbüros deutlich, dass die Bauphase, in der durch die Förderperiode vorgegebene Zeitschiene, nicht fristgerecht umgesetzt werden könne. Zudem kristallisierte sich immer mehr heraus, dass durch die Vielzahl der zu beteiligenden genehmigenden Behörden, das Erstellen der Entwurfsplanung ebenfalls mehr Zeit in Anspruch nehmen würde, als ursprünglich gedacht. Daher bemühten sich das Umsetzungsmanagement gemeinsam mit dem Amt Marne-Nordsee eine alternative Fördermöglichkeit mit dem Wirtschaftsministerium für das Projekt Trischendamm zu organisieren, sodass das Projekt Trischendamm im Endeffekt von dem ITI-/EFRE-Fördertopf in den GRW-Fördertopf (Förderung aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“) wechseln und der zeitliche Druck für die Realisierung des Projektes etwas genommen werden konnte.

Vorentwurfsplanung 2020

Die Konzeption zur Vorentwurfsplanung wurde der Gemeindevertretung auf einer Klausurtagung am 27.07.2020 vorgestellt und dann auf der Sitzung der Gemeindevertretung am 13.08.2020 beschlossen. Die Vorentwurfsplanung konnte als Grundlage genommen werden, um bis Weihnachten 2020 den GRW-Förderantrag einzureichen. Die für den Antrag benötigte Entwurfsplanung samt Kostenermittlung wird dann im ersten Quartal 2022 nachgereicht werden.

Der Trischendamm unterteilt sich in vier Bereiche: die Trischenterrasse, der eigentliche Weg, die abzweigenden Stege sowie das Ende des Damms.

Auf dem Deich direkt am Trischendamm entsteht eine Terrasse, die sogenannte Trischenterrasse, die als Treffpunkt und Auftakt dient. Sitzelemente laden zum Verweilen ein und der Blick von ca. 5m Höhe stimmt einen auf den bevorstehenden Spaziergang zur Spitze des Trischendamms ein. Eine Rampe leitet die Besuchenden barrierefrei hinunter und fokussiert den Blick auf das Meer. Hier beginnt die Wanderung, über den verbreiterten Weg auf dem Trischendamm. Die neue, auf ca. 1,8m verbreiterte ebene Oberfläche wird aus gesägten Basalsteinen hergestellt und fügt sich somit optisch in den Trischendamm ein. Auf dem Weg soll der Blick über die Landschaft möglichst ungestört bleiben. So werden Sitzgelegenheiten immer etwas tiefer, abseits des Weges angeordnet. Immer wieder findet man kleine Abzweigungen vom Weg in die Landschaft. Auf den feinen vom Trischendamm abgehenden Stegbauwerken aus Gitterrosten kann man in fast privater Abgeschiedenheit die Landschaft auf sich wirken lassen. Auf dem Weg werden den interessierten Besuchenden immer wieder Informationen zum Wattenmeer, den Salzwiesen aber auch zur Geschichte des Ortes und des Trischendamms angeboten. Dezent im Boden oder auch digital, so dass auch hier der freie Blick auf die Landschaft nicht durch größere Elemente oder Stelen beeinträchtigt wird.