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Chronik zur Attraktivierung des Kurparks

Letzte Aktualisierung: 06.06.2024

2014 | Bewertung des Kurparks im Tourismuskonzept

Bereits im Touristischen Entwicklungskonzept der Gemeinde Friedrichskoog aus dem Jahr 2014 wurde die mangelnde Aufenthaltsqualität durch die in die Jahre gekommenen Ausstattungselemente sowie das unzeitgemäße Angebot festgestellt und dessen Attraktivierung und Neuausrichtung empfohlen. Die Gemeindevertretung stimmte dem, im Rahmen einer 2015 vorgenommenen Priorisierung der zahlreichen zu attraktivierenden touristischen Infrastrukturmaßnahmen in der Gemeinde, zu und vergab die Priorität zwei. Mit höchster Priorität wurde die touristische Neuausrichtung des ehemaligen Hafenareals sowie die Attraktivierungen des Trischendamms und des Badestrandes eingestuft. Bei diesen drei Punkten wurde der Handlungsbedarf am stärksten gesehen, damit die Gemeinde Friedrichskoog auch weiterhin als attraktives touristisches Reiseziel an der Schleswig-Holsteinischen Küste bestehen kann. Deswegen entschied sich die Gemeindevertretung dafür, die touristischen Maßnahmen mit einer „einser“ Priorität, denen mit einer „zweier“ Priorität vorzuziehen und somit die Attraktivierung des Kurparks zeitlich zurückzustellen.

2020 bis 2021 | Attraktivierung des Kurparks als eigenständiges Projekt

Jene Ausgangssituation änderte sich jedoch mit Beginn der Vorplanung für die Attraktivierung des grünen Badestrandes 2020. Im Rahmen der durch das LKN.SH zeitlich festgelegten Deichverstärkung, soll auch der grüne Badestrand auf einer Länge von ca. 2 km in Friedrichskoog-Spitze attraktiviert werden. Mit dieser touristischen Überplanung wurde das Planungsbüro Bruun & Möllers beauftragt. Bei der Vorplanung stellte sich jedoch heraus, dass aufgrund der zukünftigen Neuprofilierung des Deiches nicht mehr alle von der Gemeindevertretung gewünschten touristischen Bedarfe realisiert werden können. Auf einer Klausurtagung der Gemeindevertretung im Juli 2017 wurde v. a. der Bedarf an eine Veranstaltungsfläche und an festinstallierten und vielfältigen Spielangeboten für Kinder unterschiedlicher Altersgruppe am Deich hervorgehoben. Damit sollten die bestehenden Zielgruppen wie Familien mit Kindern, Entschleuniger:innen und Natururlauber:innen auch weiterhin angesprochen werden. Mit der Neuprofilierung des Deiches können diese Bedarfe jedoch nicht mehr gedeckt werden. Um jedoch auch zukünftig ein attraktives und qualitativhochwertiges touristisches Angebot am grünen Badestrand zu bieten, entstand die Idee die Veranstaltungsfläche sowie das vielfältige Kinderspielangebot inhaltlich in den direkt angrenzenden Kurpark zu verlagern. Mit dieser „territorialen Verlagerung“ beider Maßnahmen vom Deich in den Kurpark, wird der Kurpark in seiner touristischen Nutzung und in seiner Rolle als gesundheitsdienliches Angebot sowie als verbindendes Element zwischen dem Badestrand und den weiteren touristischen Betrieben und Angebote im Ortsteil Friedrichskoog-Spitze gestärkt. Er gewinnt an touristischer Attraktivität und Bedeutung. Diese Idee wurde von der Gemeindevertretung befürwortet und auf ihrer 31. Sitzung am 19.04.2021 in Verbindung mit der Vorentwurfsplanung einstimmig beschlossen.

2021 bis 2022 | Entwurfsplanung

Zum Ende des Jahres 2021 wurde durch das Planungsbüro Bruun & Möllers ein Vorabzug der Entwurfsplanung vorgelegt. Kommunalpolitiker:innen der verschiedenen Fraktionen wurden in einer Arbeitsgruppe eingebunden und deren Rückmeldungen in der weiteren Planung berücksichtigt: In dem zentralen Bereich des Kurparks wird es eine neue Eventfläche mit Tribüne, einen Picknickbereich, einen umgestalteten Spielplatz für Kinder und Kleinkinder sowie eine neue Multifunktionssportfläche geben. In dem weiteren Verlauf des Kurparks steht die Naherholung im Vordergrund. Hier können erholungssuchende Gäste die Natur auf sich wirken lassen und an vielen Rückzugsorten in Form von Podesten und Pavillons die Ruhe genießen.
Die Entwurfsplanung zur Attraktivierung des Kurparks wurde in der Gemeindevertretersitzung vom 22.03.2022 einstimmig beschlossen. Im nächsten Schritt konnte eine Förderung über GRW-Mittel (Förderung aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“) beantragt werden.

2023 bis 2024 | Übergabe des Förderbescheids und Bauphase

Das Projekt "Attraktivierung des Kurparks in Friedrichskoog-Spitze" wird im Rahmen der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) gefördert. Den Bescheid für die Förderung in Höhe von 3.296.086 EURO übergab am 08.03.2024 der Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein Claus Ruhe Madsen an die Gemeinde.

Seit Anfang November 2023 wird der Kurpark in Friedrichskoog-Spitze neu gestaltet und soll im Herbst 2024 fertiggestellt sein. Der Umbau des Kurparks ist in zwei Bauabschnitte unterteilt. Die Planungen sehen vor zu Beginn des Sommers 2024 den ersten Teilbereich mit der Veranstaltungsfläche, dem Spielplatz, der Multifunktionssportfläche und der Pergola bereits für Besuchende öffnen zu können. Es gilt dieser Zeitplan - Änderungen vorbehalten. Alle Details zum Baufortschritt werden in einem Blog festgehalten. 

Die Gemeinde Friedrichskoog stellt sich den Herausforderungen, die durch die langfristigen Baustellen auf dem Gemeindegebiet entstehen und bindet Einwohner:innen, Gewerbetreibende und Gäste in den Prozess ein. Für die Baustellenkommunikation wurde durch das Umsetzungsmanagement in einem umfassenden Beteiligungsprozess ein Handlungskonzept erarbeitet, das der Grundfrage nachging: Wie kann während der Baustellenphase bei Urlaubsgästen, Einheimischen und Gewerbetreibenden für Toleranz, Akzeptanz und Verständnis gesorgt und die Neugierde auf das Endergebnis geweckt werden? Schritt für Schritt wird das Handlungskonzept aktuell umgesetzt und laufend hinterfragt. Auch an dieser Stelle ist die enge Zusammenarbeit mit der Politik, den touristischen Entscheidungsträger:innen, den Gewerbetreibenden und interessierten Einwohner:innen von hoher Bedeutung. Der Tourismus-Service hält auch während der Baustellenphase ein attraktives Angebot vor.


Kurpark

Raumbildung und Raumwahrnehmung ist Hauptfokus der neugeordneten Parkanlage. Als raumbildendes Gestaltungsmittel dient die Vegetation. Mittels Strauchvolumina, Gräsern und ergänzenden Baumpflanzungen wird der Ort in Räume unterschiedlicher Größe unterteilt und dem Besucher ein abwechslungsreiches Erleben des zukünftigen Kurparks sowie Möglichkeiten für Rückzug geboten. Der Strauchsaum funktioniert in seiner Dynamik als weiches Gestaltungsmittel zur Definition klarer Raumgrenzen und schafft eine ansprechende Pufferzone zur angrenzenden Nachbarschaft, ohne diese abzuschotten. Unterbrochen wird dieser Strauchpuffer durch niedrige bis mittelhohe Gräser, die die Raumbildung zusätzlich differenzieren. Verbindungen in die Umgebung werden gezielter ausgerichtet und dadurch als direkte Verknüpfung besser wahrgenommen.

Die Unterscheidung von befestigten und unbefestigten Flächen gliedert den Park in einen Bereich mit intensiven Nutzungsformen im Süden sowie einen nördlichen Bereich mit dem Schwerpunkt Naherholung und Rückzug. Die Verbindung beider Bereiche knüpft ebenfalls die Vegetation. Der südliche Abschnitt ist zu einem Großteil mit befestigten Flächen ausgestattet, die die Austragung verschiedenster kultureller Veranstaltungen ermöglichen. In organischer Formsprache sind drei zentrale Räume mit drei unterschiedlichen Nutzungsschwerpunkten gestaltet.

Wesentlicher Bestandteil des Raumkonzeptes ist die Veranstaltungsfläche, die mit den angrenzenden Bereichen einen großzügigen Raum für kulturelle Veranstaltungen bereitstellt und dem zukünftigen Raumbedarf gerecht wird. Durch die Oberflächengestaltung wird die Achse zum Haus des Kurgastes mit Ausrichtung zur Parkbühne hervorgehoben und verknüpft den Kurpark mit dem Gründeich. Ergänzende Elemente wie eine ca. 50 Meter lange Pergola entlang der Südgrenze des Projektgebiets sowie der Picknickbereich mit einer überdachten Tribüne rahmen das Gesamtensemble der zukünftigen Veranstaltungsfläche.

Die Spiel- und Sportflächen fügen sich in die neue Formsprache ein. Der bereits bestehende Spielplatz erhält eine Neuausrichtung des Spielangebotes im einheitlichen Gestaltungsduktus und umfasst neben einem Abenteuerspielbereich auch einen Kleinkindspielbereich mit einer Wasserspielanlage. Die beiden Bereiche werden durch Findlinge innerhalb der Sandfläche zoniert. Der bisher ehemalige Tennisplatz weicht einem Multifunktionsfeld für unterschiedliche Ballsportarten. Die Flächen des südlichen Bereichs werden durch Strauchsäume, teils von Rasentopographie eingefasst und mit Baumpflanzungen gerahmt. Diese Puffer ermöglichen die Raumtrennung zu den Gehwegen, sowie die räumliche Abgrenzung zu den Nachbargrundstücken. Es entsteht eine abwechslungsreiche Parklandschaft mit einem Geflecht aus Wegen, Gehölzstrukturen und offenen Rasenflächen.

Im Übergang zum nördlichen Abschnitt befindet sich die Lichtung, die als Treffpunkt und Verteiler in die angrenzenden Räume dient. Eine Pflanzfläche mit verschiedenen Stauden- und Gräsern lädt die Besucher:in ein zum Innehalten und Bestaunen des Schmuckbeetes.
Der extensiv genutzte Teil des Kurparks definiert sich im Sinne der Naherholung eines Kurortes neu und stellt die Naherholung im Grünen mit vielen Rückzugsorten in den Vordergrund. Einzelne Räume werden großmaßstäblicher gedacht und bieten durch punktuelle Interventionen im Sinne von Begegnungs- und Rückzugsorten und Spielelementen verschiedene Möglichkeiten des Zusammentreffens, ohne den Ort zu überladen. Mithilfe von einzeln verstreuten Sonnendecks, den barrierefrei erschließbaren Pavillons sowie einer deutlichen Erweiterung des Sitzangebotes werden den Parkbesuchenden vielfältige Möglichkeiten zu kürzerem und längerem Verweilen für jede Witterung geboten. Der Strauch- und Gräserpuffer setzt sich auch in diesem Bereich als weiche Raumgrenze fort und fasst diesen Parkabschnitt als klar erkennbaren Raum.