Weitere Maßnahmen im Detail

Erlebnisrundweg Friedrichskoog-Spitze

Mit dem Ziel einen sicher begehbaren und touristisch attraktiven Rundwanderweg in Friedrichskoog-Spitze zu schaffen, wurde von der Arbeitsgruppe des Ausschusses für touristische Angelegenheiten eine erste Konzeptidee 2017 erstellt. Der ca. 4 km lange Weg sollte mit Naturerlebnisstationen bestückt werden, um die Besuchenden spielerisch über interaktive Elemente und Informationstafeln an das Thema Nationalpark und Weltnaturerbe Wattenmeer heranzuführen. Beispielsweise sollten Themen wie Müll im Meer, Artenvielfalt und Schutz des Wattenmeeres sowie Tourismus und Regionalentwicklung aufgegriffen und den Besuchenden vermittelt werden.

Da ab 2018 eine neue Fördermöglichkeit lokaler und regionaler natur- und raumbezogener Infrastrukturen mit touristischem Bezug über ELER-Mittel bestand, beschloss die Gemeindevertretung auf ihrer 47. Sitzung im November 2017 einen entsprechenden Förderantrag bis Mitte Februar 2018 stellen zu lassen. Der Förderantrag sowie die dazugehörige Machbarkeitsstudie wurde vom Umsetzungsmanagement erstellt und eingereicht. Im Juni wurde die Förderung des Rundwanderweges durch das Kabinett offiziell verkündet. Die benötigten Genehmigungen erhielt die Gemeinde Ende 2018, sodass im Januar 2019 der Förderbescheid vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) ausgestellt werden konnte. Im nächsten Schritt konnten die beiden Ausschreibungen erfolgen, die eine für die Herstellung des Rundwanderweges, die andere für die Planung und den Bau der Naturerlebnisstationen. Eine Arbeitsgruppe begleitete die Entwicklung der Naturerlebnisstationen, die von der Firma impuls-Design konzipiert und realisiert wurden.

Eine ganz besondere Geschichte hat dabei die Naturerlebnisstation „Vogelzug“. Eine Skulptur, die eine sich im Anflug befindliche Möwe auf mehreren Dalben zeigt, ziert hier die Station. Allerdings war diese ursprünglich als Ziel- und Endpunkt des Trischendamms gedacht. Die Skulptur gewann damals den im Herbst 2017 ausgerufenen Ideenwettbewerb (weitere Informationen zum Ideenwettbewerb). Aufgrund fehlender Planungsunterlagen zum Trischendamm wurde Mitte 2018 deutlich, dass die Erstellung der benötigten Unterlagen (u.a. Nachweis über die Auftriebssicherheit) für den Erhalt einer Genehmigung durch den LKN die eingeplanten Ausgaben für die Maßnahme bei weitem übertreffen würden. Daher entschied sich die Gemeindevertretung dafür, die Skulptur in die Naturerlebnisstation des neuen Rundwanderweges gegenüber des Wohnmobilstellplatzes an der Nordseestraße in Friedrichskoog-Spitze zu integrieren. Die Skulptur wurde im Oktober 2020 aufgestellt.

Der eigentliche Wegebau konnte 2020 begonnen und abgeschlossen werden. Auch der größte Teil der Naturerlebnisstationen konnte gebaut und vor Ort aufgestellt werden. Aufgrund der Pandemie kam es jedoch zu zeitlichen Verzögerungen, sodass die letzten Naturerlebnisstationen und Schilder erst 2021 aufgestellt werden konnten.


Weltnaturerbe Achtern Diek

Die Uni Gießen hatte gemeinsam mit der Gemeinde ein Rahmenkonzept für eine Minigolf Adventure Anlage entwickelt, das von der Gemeindevertretung 2012 beschlossen wurde. Kurzfristig ergab sich im Oktober 2016 die Möglichkeit über die Investitionsbank Schleswig-Holstein, EFRE-Fördermittel für die Umsetzung solch einer Anlage zu akquirieren. Da Minigolfanlagen jedoch grundsätzlich nicht förderfähig sind, jedoch das Konzept (ein neues Naturerlebnisangebot zu schaffen, um das Weltnaturerbe Wattenmeer erlebbar zu machen und in Wert zu setzen) hervorragend zu den Förderkriterien passte, bot sich die Uni Gießen an, das bestehende Konzept kurzfristig anzupassen. Auf Grundlage dessen erstellte ein Planungsbüro ein räumliches Konzept und führte eine erste Kostenschätzung durch (Gesamtkosten von ca. 1.680.000,-€ netto). Somit konnte zum 31. Oktober 2016 eine Bewerbungsskizze bei der Investitionsbank eingereicht werden.

Die eingereichte Ideenskizze "Weltnaturerbe Achtern Diek" der Gemeinde Friedrichskoog beim Förderwettbewerb "Natur- und Kulturerlebnis Schleswig-Holstein" wurde von der Fachjury für die zweite Phase des Wettbewerbs empfohlen und wäre somit berechtigt, einen Antrag auf Förderung durch das Landesprogramm Wirtschaft zu stellen. Die Gemeindevertretung entschied daraufhin auf ihrer 39. Sitzung eine Machbarkeitsstudie erstellen zu lassen. Diese sollte als Entscheidungshilfe dienen, ob die Umsetzung der Projektidee und somit die Beantragung von Fördermitteln weiterverfolgt werden soll.

Im Juli 2017 wurde im Rahmen der 44. Sitzung der Gemeindevertretung das Ergebnis der Machbarkeitsanalyse vorgestellt und diskutiert. Die Machbarkeitsstudie war von inspektour auf Beschluss der Gemeindevertretung erstellt worden. Das Ergebnis zeigte, dass es sich bei der Projektidee um ein Zusatzgeschäft für die Gemeinde handeln würde - sowohl bezüglich der laufenden Kosten, als auch der Investitionskosten. Letztendlich fasste die Gemeindevertretung den Beschluss die Projektidee vorerst abzulehnen. „Vorerst“ deswegen, da die Projektidee insgesamt und die einzelnen Stationen auf positive Resonanz bei der Gemeindevertretung gestoßen waren, jedoch die Finanzierung zurzeit nicht gegeben ist.